Sommerfahrt 23.-25.8.2013

Die Sommerfahrt 2013 wurde in bewährter und fachkundiger Weise von unserem Experten Hans-Christian Pruszinsky zusammengestellt.

Erste Station unserer Mitglieder-Reise war Mürzzuschlag, wo das liebevoll gestaltete tönende Brahms-Museum zu einem musikalischen Spaziergang einlädt, bei dem man anhand zahlreicher Briefe, Gegenstände, Bilder, Original-Instrumente, Manuskripte, Notizen aus seinem Besitz vieles über den Menschen Brahms und seine Musik, aber auch über seine gesellschaftliche Stellung erfährt. Aber auch unsere Besucher des Wintersportmuseums kamen auf ihre Rechnung. Das neue Museum präsentiert in einzigartiger Weise die Welt des Wintersports in seiner ganzen Vielfalt: von der Einsamkeit des Gletschers bis hin zu Ted Ligetys Sieger-Ski der letzten Weltmeisterschaft. Nach einer wunderschönen Fahrt übers Alpl, einem kurzen, eher enttäuschenden Fotostop im Blumendorf St. Jakob am Wald und einem flotten Mittagessen in der beliebten Buchtelbar von Wenigzell fuhr unser sechs PKW starker Konvoi weiter nach Edelsbach/Kaag, wo in einsamer Gegend ein ebenso einsames Bauernhaus steht. Dorthin ist aber schon so manches Fernseh-Team gepilgert, um einen Bericht über Gsellmann’s Weltmaschine zu drehen, eine vom oststeirischen Bauern Franz Gsellmann unter Verwendung zahlloser auf Schrottplätzen oder auf Flohmärkten erstandener Teile in 23jähriger Arbeit erbaute Kunst-Maschine, die heute als künstlerische Installation bzw. kinetische Kunst interpretiert wird. Anschließend erstürmten wir mittels Schrägaufzugs die imposante Riegersburg, wo man sich
in drei Ausstellungen über die Geschichte der Burg, die Zeit der dort besonders häufigen Hexenprozesse und über mittelalterliche Waffen und Folterwerkzeuge
informieren kann. Die ganz besonders „Süssen“ unter uns genossen dann noch eine Führung und zahlreiche Kostproben in der bekannten Schokoladenmanufaktur Zotter und stießen in unserem schönen Quartier, dem Landhotel Wippel in Feldbach, beim verdienten Abendessen wieder auf unsere Gruppe. Die nahe gelegene Vulcano- Schinkenmanufaktur und die Schnapsbrennerei und Essig-Manufaktur Gölles präsentieren sich als überaus gelungene Beispiele für Regionalentwicklung, wie man durch gute Produkt-Ideen, harte Arbeit, gezielte Investitionen und perfektes Marketing vom mittelständischen bäuerlichen Betrieb zum Produzenten höchstwertiger, international anerkannter Spezialprodukte aufsteigen kann. Dementsprechend professionell waren auch Führungen, Verkostungen und Verkaufsräume gestaltet. Bei strömendem Regen ging es weiter zum Tabor in Feldbach, wo wir in der besterhaltenen Fluchtburg Österreichs ein liebevoll eingerichtetes Universalmuseum besichtigten, das u.a. eine große ur- und stadtgeschichtliche Sammlung sowie zahlreiche Exponate zur bäuerlichen Kultur, zur Heimatkunde und zu alter Handwerkstradition beherbergt. Im Vierkirchendorf Straden wartete ein von der Vereinsführung gestifteter Imbiss auf uns, und dazu eine kompetente Führerin, die uns die wechselvolle Geschichte dieses erstaunlichen Marktfleckens nahe brachte, der ursprünglich Merin hieß. Besonders eindrucksvoll: eine mehr als 250 Jahre alte prächtige Zeder neben der Wallfahrtskirche Maria am Himmelberg. In Bad Radkersburg konnten wir ein Sonnenloch für individuelle Pläne nutzen und hatten dann noch eine schöne Fahrt ins Quartier nach Gamlitz, wo wir im Seminarhotel Ferlinz bestens betreut wurden. Der Sonntag war leider überwiegend vom Regen geprägt, dem der Morgenspaziergang durch die südsteirischen Weinberge zum Opfer fiel und der auch die Besichtigung des Freilicht-Museumsdorfes Stübing beeinträchtigte. Trotzdem
konnte jeder gute Eindrücke über dieses Projekt sammeln, das hundert historische, originale Hauslandschaften aus ganz Österreich und aus sechs Jahrhunderten zeigt eine spannende Zeitreise über Wohnen, Alltagsleben und Feiern der bäuerlichen Bevölkerung von anno dazumal. Letzter Programmpunkt war die wasserdurchströmte Peggauer Lurgrotte, ein natürlich entstandenes Höhlensystem mit faszinierenden Tropfsteinbildungen, unterirdischen Bachläufen und beeindruckenden Auswaschungen, die heute mit einer einstündigen familientauglichen Führung besichtigt werden kann.

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