In memoriam Dr. Rudolf Maurer

Bestürzt, betroffen, fassungslos – ganz Baden trauert tief  um seinen so plötzlich aus dem Leben gerissenen Stadthistoriker Dr. Rudolf Maurer. Ein unersetzlicher Verlust für die Stadt, für die Gesellschaft, für unseren Verein, dessen bisher  einziges Ehrenmitglied er war.

Dr. Rudolf Maurer - Ehrenmitglied Vestenrohr-Karlstisch

© Gabriela Stockmann/Bezirksblätter

Von vielen gleichermaßen respekt- wie liebevoll einfach „Dolfi“ genannt, war der vielfach ausgezeichnete promovierte Geschichtsforscher die Verkörperung der Badener Stadtgeschichte schlechthin, die er auf vielfältigste Weise über Jahrzehnte prägte: als „Leiter der Städtischen Sammlungen“ entstaubte er Stadtarchiv und Rollett-Museum, das er mit seinen Ideen der Präsentation und gezielter Öffentlichkeitsarbeit für Jung und Alt zu einem Ort der offenen Begegnung machte.  Als Publizist erschloss er die Stadtgeschichte mit seinen zahlreichen, das jeweilige Thema akribisch ausleuchtenden  „Katalogblättern“ einem stetig wachsenden Interessentenkreis, seine thematisch perfekt vorbereiteten Stadtspaziergänge erfreuten sich großer Beliebtheit sowohl bei den „alten“ Badenern wie auch bei neuen Bewohnern, die etwas mehr über die Stadt erfahren wollten. Der Kirche stets verbunden, schenkte der langjährige Pfarrgemeinderat unserer Stadtpfarrkirche mit dem über 500 Seiten umfassenden Jubiläumsband „Baden St. Stephan 1312-2012“ der Stadt und der Pfarre ein Jahrhundertwerk.

Für die Aktivitäten unseres Vereines war Dr. Maurer natürlich die personifizierte historische Kompetenz schlechthin, hatte er doch auch zu  unseren Kernthemen ausgiebig geforscht. Seine Publikationen   „Versunkene Veste – vergessenes Dorf. Die Ortschaft Rohr bei Baden“ (hsg. 2000, vergriffen), „Vestenrohr und Karlstisch. Die Ritter von Rohr – ihre Burg – ihre Herrschaft in Sage und Geschichte“ (hsg. 2008, vergriffen) und „Zu Baden auf der Braiten – vom Wirtschaftshof der Veste Rohr zur Badener Vorstadt“ (hsg. 2019, im Verein zu kaufen) sind auf der Website des Rollett-Museums online abrufbar.

Mit stets launigen Kurzreferaten zur Geschichte von Rohr, Leesdorf und Braiten, zuletzt zu unserem neuen Thema „Badener Mühlen“ war er jahrelang ein bereichernder Fixpunkt bei unseren Karls- und Karlstischfesten. Augenzwinkernde professorale Strenge legte der frühere Englisch- und Lateinprofessor nur an den Tag, wenn es galt, den in den Archiven herumgeisternden Gustav Calliano einmal mehr einer historischen Ungenauigkeit oder gar unhaltbaren Behauptung zu überführen. Unvergesslich seine Darstellung eines mittelalterlichen Banntaidings, mit der er die Bedeutung des Karlstisches als mutmaßlicher Gerichtstisch der Veste Rohr wirkungsvoll demonstrierte.

Dr. Maurer war ein Stück Baden – besser noch: ganz Baden war „in ihm“. Wer immer und wann immer man ihn mit einer Frage zur Badener Geschichte befasste, bekam man sogleich fundierte Antwort, meist mit einer humorigen Anekdote gewürzt. Für mich das schönste Kompliment, das auf ihn zutrifft: wenn immer es um gesichertes Wissen zu Baden ging, hörte man stets: „das musst Du den Dr. Maurer fragen, wenn Du es genau wissen willst“. Kein Mensch kam je auf die Idee, seine Frage an Mr. Google zu richten….

Kaum vorstellbar, dass wir dem fröhlich vorbeiradelnden, leutseligen, beredten, bescheidenen, „allwissenden“ von allen verehrten „Dolfi“ im Straßenbild nicht mehr werden begegnen können. Die erste gesamte Badener Stadtchronik nach Rollett, an der er so viel gearbeitet hat und deren Fertigstellung sein erklärtes Lebensziel  gewesen ist, wird weiter Fragment bleiben müssen.

Dein Platz bleibt leer. Danke, dass wir so viel von Dir lernen durften. Ich hätte noch gerne lange weitergelernt.
 
Hans Christian Pruszinsky

Foto: © Gabriela Stockmann/Bezirksblätter – siehe auch » Artikel im Bezirksblatt «

Der Mühlbach-Ursprung: eine virtuelle Besichtigung

Wo der Mühlbach entspringt - HelenenwehrLiebe Freunde des Vereins Vestenrohr-Karlstisch,

leider ist unser für den vergangenen Samstag geplanter Besichtigungstermin zum Thema „Wo der Badener Mühlbach entspringt“ dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Dankenswerterweise haben sich die beiden Mühlbachexperten Heinrich Tinhofer und Heinz Riesner die Mühe gemacht,  Ihnen dieses spannende Thema in Form einer virtuellen Führung aufzubereiten – sogar auch in einer kindergerechten Fassung! Herzlichsten Dank dafür!  » zur virtuellen Besichtigung « 

Diesmal verbinde ich meinen Wunsch zu entspanntem Lesevergnügen mit einer großen Bitte: für das neue Projekt unseres Vereines – die „Mühlen-Vergangenheit“ unserer Region von Baden bis Achau wieder nachhaltig in Erinnerung zu rufen – suchen wir

  • alte Fotos, Bilder, Ansichten, Zeichnungen,
  • Pläne, Bücher,
  • Geschichten aus eigenem Erleben,
  • Erinnerungen aus dem Familien- und/oder Freundeskreis

zum Thema „ehemalige Mühlen entlang des Badener Mühlbachs“. Jede Information und Anregung ist willkommen. Herzlichen Dank im Namen des Vereinsvorstandes und des Arbeitskreises, der sich mit diesem Projekt befaßt!

Hans Christian Pruszinsky
Verein Vestenrohr-Karlstisch

Wir trauern um unser geschätztes Mitglied Gerhard Petric

Gerhard Petric & August Breininger - Vestenrohr-Karlstisch 2019Mit tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Freund und langjährigen Vereinsmitglied Gerhard Petric

Lieber Gerhard, es fällt uns sehr schwer, zu akzeptieren, dass wir dich, einen so liebenswerten und unermüdlich schöpferischen Freund verloren haben. Wenn du zu unseren Sitzungen gekommen bist, warst du stets gut gelaunt und hast uns mit deiner verschmitzten, humorvollen Art die vielen lustigen Anekdoten berichtet, die sich in unserer geliebten Kleinstadt zugetragen haben. Mit deinem fröhlichen Herzen hast du wie kein anderer an dem bunten Treiben der Badener Anteil genommen, und hast so manche Vorkommnisse in lustige Witze oder Schüttelreime verpackt und bei vielen Gelegenheiten zum Besten gegeben. Du hast alles gewusst, jeden gekannt und stets versucht, für andere da zu sein. Und das auf deine zutiefst bescheidenen Art, mit der du nie im Mittelpunkt stehen sondern auf deine einzigartige Weise zur Gemeinschaft beitragen wolltest. Als Musiker warst du äußerst erfolgreich, und du hast unseren Verein zu vielen Anlässen mit deiner geliebten Kunst bereichert. Ohne dich werden unsere Feste und Veranstaltungen nicht mehr so sein wie früher. Bis zuletzt hast du Pläne geschmiedet über die Aufführung eines von dir geschriebenen Theaterstückes, über einen Gedichteband, den du veröffentlichen wolltest und über ein Benefizkonzert für unseren Verein. Wir werden dich sehr vermissen! » Download Parte «