Rückblick auf das Karlstisch-Fest 2018

Ein großartiger Erfolg war das Karlstischfest am 23. September 2018 vom Verein Vestenrohr-Karlstisch.  Als besondere Einlage bestellte die Vereinsführung kurzzeitig „leichten Sprühregen zur Erfrischung“ der Gäste – bekannt vom Hochsommer in den exklusiven Gourmetlokalen Badens.

Erfreulich war der zahlreiche Besuch, sowie die hervorragende Musik von der Folk Rock Gruppe Beilstein aus dem Keltenkalk, Alleinunterhalter Gerhard Petric kam mit Überraschungsgast – Sänger Markus Riedmayer. Im Finale brachte Magic Aladin die jungen Kids zum Toben und verzauberte drei Generationen mit seinem Programm. NOCHMALS EINEN BESONDEREN DANK an die unterstützenden Firmen für die Kaffeespezialitäten von Araliya Kaffeewerk (Leobersdorf), 2514er Bier Privatbräu Leimer (Traiskirchen), Caterering Restaurant Mühlbachwirt (Tribuswinkel), Bienenlädchen (Baden), Folk Rockgruppe „Beilstein aus dem Keltenkalk„, Magic Aladin, Dr. Rudolf Maurer, Musiker Gerhard Petric und allen fleißigen Helfer/innen, die zum Gelingen des Festes einen wertvollen Beitrag geliefert haben.

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Sommerfahrt 2018 – „Pannonische Vielfalt“

Die traditionelle Sommerfahrt des Vereins Vestenrohr-Karlstisch stand heuer unter dem Motto „Pannonische Vielfalt“. Reiseplaner Christian Pruszinsky führte die Rekordzahl von 34 Personen u.a. nach Györ, in die frühere Kulturhauptstadt Europas Pecs und mit der Fähre über den Plattensee nach Tihany.

Während es im Westen Österreichs stürmte und regnete, fuhren wir – wieder im „Oberger-Bus“ – bei idealem Reisewetter zu unserem ersten Ziel Györ.

Ein ausgedehnter Stadtrundgang durch die denkmalgeschützte Altstadt führte uns vom Rathaus über den Bécsikapu ter (Wienertor-Platz) mit der Karmeliterkirche zur Burg, den erhaltenen Basteien an der Raba und weiter zum Kapitelhügel mit der Basilika (bemerkenswerte Maulpertsch-Altarbilder) und der theologischen Hochschule. Von unserem sprachgewandten und wissensstrotzenden Führer Attila bestens geleitet, genossen wir von der Brücke den Blick auf den Zusammenfluss von Donau und Raab,  schlenderten über gepflegte Plätze mit sehenswerten Häusern und geschichtsträchtigen Denkmälern bis zum Esterhazy-Palast. Vorbei an dem bekannten Haus mit dem „Goldenen Schiff“ ging’s schließlich zum Szechenyi ter, wo  das Restaurant Palffy mit dem unerwarteten Gästeansturm perfekt zurande kam –  großes Kompliment an Küche und Service.

Nach langer Busfahrt erreichten wir zur geplanten Zeit die von quirligem Leben erfüllte Pecs, wo uns am Beginn der Fußgängerzone bereits der Koffer-Service erwartete. Mit einem gemeinsamen Abendessen in „unserem“ Jugendstil-Hotel Palatinus, guten Gesprächen an runden Tischen und anschließenden individuellen „Einkehrschwüngen“ klang der erste Tag harmonisch aus.

Am nächsten Morgen erwartete uns beim Hotel bereits unser gewichtiger Stadtführer Szolt Regölyi, seines Zeichens pensionierter Professor für Deutsch, Geschichte und Geographie. Am Hauptplatz erhalten wir profunden Unterricht zur wechselvollen Geschichte des ungarischen Staates, zur Morphologie Transdanubiens und zur historischen Entwicklung der Stadt Pecs, eine der ältesten Ungarns, mit UNESCO Welttkulturerbe-Stätten und europäische Kulturhauptstadt 2010. Anschließend besichtigten wir die jetzt als christliche Kirche dienende osmanische Moschee Gazi Kassem, deren sehr interessante Innenausstattung von einem friedlichen Miteinander christlicher und muslimischer religiöser Symbole geprägt ist.  
Das Weltkulturerbe „Cella septichora“ ist Teil eines freigelegten weitläufigen frühchristlichen Friedhofs (4. Jh.)  Prunkstück sind die hervorragenden Wandmalereien  im freitragenden Deckengewölbe der  zweigeschossigen  Grabkammer Peter und Paul mit dem ältesten Christusmonogramm Zentraleuropas.

Nach einer verdienten Kaffeepause bewunderten wir die viertürmige Basilika St. Peter und Paul, die auf einer fünfschiffigen Krypta aus dem 12. Jh. aufbaut. Beeindruckend die Harmonie des in fast magisch-gedämpftes Licht getauchten riesig dimensionierten Innenraumes mit reichem Wandschmuck und der aus der Pecser Manufaktur Angster stammenden prachtvollen Orgel mit  über 6000 Pfeifen.

Nach einer verdienten Mittagspause brachte uns  unser Bus ins Zsolnay-Kulturviertel, wo  die größte Privatsammlung von edelstem Zsolnay-Porzellan geschmackvoll ausgestellt ist. Das ausgedehnte Fabriksgelände beherbergt darüber hinaus noch eine Handschuhproduktion alten Stils, eine entzückendes Puppenmuseum sowie eine Reihe anderer Ausstellungen. Mit dem Kombiticket konnte jede(r) seinen persönlichen Vorlieben frönen.

Am Abend fuhren wir durch eine reizvolle Landschaft in das pittoreske Kellergassen-Dorf Villanykövesd, wo im Weingut Blum alles für einen echten kleinen Mulatsag für uns angerichtet war: Für beste Stimmung sorgten kalte Platten mit deftigen Würsten,  Speck, Schinken, Salami, hausgemachte Käse, Gemüse direkt vom Garten, und natürlich Wein – so viel jeder zu trinken vermochte. Dazu ein unermüdlicher Akkordeonspieler mit großem Repertoire, der unseren Opernsänger Franz Födinger bei vielbejubelten Gesangseinlagen begleitete und Organisator Christian Pruszinsky zu einer Lehrstunde zum Spiel  mit der Teufelsgeige verführte. Nach einer ausgiebigen Weinverkostung im über 200 Jahre alten  mehrstöckigen Weinkeller gab es noch  King Size-Variationen von wohlschmeckenden Mohn-, Nuss- und Topfenstrudeln, deren Restmengen angeblich den Weg bis Baden fanden.

Am Sonntagmorgen hatte der Wettersturz auch Pecs erreicht: es ist stürmisch, regnerisch und etwa 15 Grad kühler, wir fahren durch eine reizvolle Landschaft zum Plattensee.  Allen Unkenrufen zum Trotz war die angepeilte Fähre von Szantod zur Halbinsel Tihany in Betrieb und die kurze Fahrt über den schöne Wellen führenden Plattensee problemlos. Tihany ist ein viel besuchter Ort mit einer Vielzahl an schilfgedeckten, liebevoll instandgehaltenen Häusern, wo ein großes Angebot an überwiegend netten und brauchbaren Mitbringseln ebenso zum Einkauf verlockt wie zahlreiche Lokale zur Einkehr.

Als letzter Höhepunkt unserer schönen Reise stand die geführte Besichtigung der berühmte Benediktinerabtei von Tihany mit ihrer imposanten Unterkirche aus dem 11. Jahrhundert am Programm. Dort befindet sich nicht nur die Grablege von König Andreas I. von Ungarn (+1060)  sondern auch eine Gedenktafel, die daran erinnert, dass das frühere österreichische Kaiser- und ungarische Königspaar (Karl IV und seine Frau Zita) im Jahr 1921 in dieser Abtei interniert war, kurz bevor es ins  Exil nach  Madeira ging.

Während der Rückfahrt nach Baden hob Obfrau Ruth Bric einfühlsam die Bedeutung derartiger Reiseveranstaltungen für das Vereinsleben hervor: sie bieten  Gelegenheit zu guten Gesprächen, stärken den Gemeinschaftssinn, eignen sich zum Knüpfen neuer Kontakte, führen Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen und fördern das gegenseitige Verständnis. Abschließend dankte sie – stellvertretend für die ganze Gruppe – Christian für die reibungslose Organisation der Reise und dem Chauffeur Peter für die sichere und problemfreie Fahrt. In der Zwischenzeit hatte es immer mehr aufgeklart, sodass wir bei der pünktlichen Ankunft auch schon wieder  Schönwetter genießen durften.