Geschichte

Vorgeschichte

Die im Dezember 2006 erfolgte Gründung des Vereins Vestenrohr-Karlstisch war Ergebnis zweier von einander völlig unabhängigen privaten Initiativen:

Die eine galt dem sogenannten Karlstisch, auch oft als „Steinerner Tisch“ bezeichnet, dessen historischer Wert damals nur wenigen Kennern bekannt war und der in einer Gestrüpp-Wildnis mehr oder weniger schutzlos dem Verfall preisgegeben schien (Foto). Bereits im Spätsommer 1999 beschloss der Matura-Jahrgang 1959 anlässlich eines Treffens zum 40jährigen Maturajubiläum, den Karlstisch einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen und dafür zu sorgen, dass er ein schöneres Umfeld erhält. Stetig treibende Kraft in diesem Bemühen war der inzwischen verstorbene Gunther Böhs, der mit kontinuierlicher PR-Arbeit versuchte, Gemeindevertreter, Öffentlichkeit und Sponsoren für die endgültige Rettung des Karlstisches zu gewinnen, der in der Zwischenzeit nach mehrfachen Vandalenakten devastiert und in höchstem Maß restaurierungsbedürftig war.

Die zweite engagierte Privat-Initiative setzte der in der Rohrgasse ansässige Peter Aschauer. Ihm ist die Sicherung und endgültige Erhaltung des Standorts der Veste Rohr zu verdanken , welcher kurz zuvor von Hans Hornyik nach langjähriger Suche wiederentdeckt worden war. Mittels einer Unterschriftenaktion mobilisierte Peter Aschauer im Januar 2001 über 850 Personen für eine Petition an die Stadtgemeinde Baden. Ihre vorrangigen Ziele:
1) zu verhindern, dass durch ein bereits fertig geplantes Wohnbauvorhaben der Firma Atlas der Standort und die Fundamente der mittelalterlichen Burganlage zur Gänze überbaut und durch die Aushubarbeiten unwiderruflich zerstört werden.
2) die Sicherung, Erhaltung und Dokumentation der archäologisch bedeutsamen Reste der Hügelburg Veste Rohr durch das Bundesdenkmalamt und
3) die anschließende Errichtung einer Gedenkstätte, um die historische Bedeutung des Standortes für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Der Petition war ein voller Erfolg beschieden. Nachdem sie dem damaligen Bürgermeister LAbg. August Breininger übergeben und von diesem dem Gemeinderat der Stadt Baden zur Behandlung vorgelegt worden war, wurde das Bauvorhaben entsprechend abgeändert, die Ausgrabung und Fundsicherung durch das Bundesdenkmalamt durchgeführt und dokumentiert und die Errichtung einer Gedenkstätte zugesichert. Peter Aschauer wurde in Anerkennung seiner Initiative mit der Friedrichsmedaille in Bronze geehrt und die Reste der ehemaligen Hügelburg befinden sich heute geschützt und gesichert unter dem Spielplatz der Wohnanlage Veste Rohr.
Offen blieben die Errichtung einer Gedenkstätte, die Dokumentation der Funde sowie die Restaurierung des Steinernen Tisches.

  • Vereinsgründung

Der Beitritt der Stadtgemeinde Baden zum Verein „NÖ Dorf- und Stadterneuerung – Verband für Landes-, Regional- und Gemeindeentwicklung“ 2006 eröffnete diesen Initiativen plötzlich die Möglichkeit zur Realisierung ihrer weiteren Pläne. Der mit den Agenden der Stadterneuerung beauftragte Stadtrat Hans Hornyik erkannte das Potential der beiden Vorhaben und bildete mit allen Beteiligten eine Arbeitsgruppe, die ein gemeinsames Projekt formte, das den Kriterien der Stadterneuerung umso mehr entsprach, als der Stadtteil Rohr gerade durch neue Bauvorhaben weiter entwickelt wurde. In einer Sitzung dieser Arbeitsgruppe wurde die Gründung eines Vereins beschlossen, der sich am 6. Dezember 2006 unter dem Namen „ Verein Vestenrohr-Karlstisch“ konstituierte. Zum ersten Obmann wurde einstimmig Hans Christian Pruszinsky gewählt.

  • Der archäologische Befund

Nach der Wiederentdeckung des Standorts der mittelalterlichen Hügelburg Veste Rohr durch Hans Hornyik wurden durch das Bundesdenkmalamt sofortige Rettungsgrabungen veranlasst und der Verein ASINOE mit umfangreichen archäologischen Untersuchungen betraut, die dieser in den Jahren 2000-2002 auf den Parzellen 180 bis 185 der Katastralgemeinde Braiten östlich von Baden durchführte.
Das vorläufige Grabungsergebnis ist publiziert in „Fundberichte aus Österreich, Band 40/2001, Seiten 485-497: Thomas Kreitner und Martin Obenaus: Die Rettungsgrabungen auf dem Gelände der Veste Rohr in Baden – ein Vorbericht.“

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